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Kostenlos · Leitfaden · 30 Minuten

Die Entscheidungsmatrix

Welche Entscheidung muss wirklich über Ihren Tisch? Mit vier Entscheidungstypen, Freigabegrenzen fürs Team und einer gewichteten Matrix für die großen Fragen.

STARK · Leitfaden Die Entscheidungsmatrix
  • ✓ Vier Entscheidungstypen und wer sie treffen sollte
  • ✓ Vorlage für Freigabegrenzen im Team
  • ✓ Gewichtete Bewertungsmatrix für größere Entscheidungen
  • ✓ Durchgerechnetes Beispiel mit fiktiven Werten

Was drin ist

  • Vier Entscheidungstypen und wer sie treffen sollte
  • Vorlage für Freigabegrenzen im Team
  • Gewichtete Bewertungsmatrix für größere Entscheidungen
  • Durchgerechnetes Beispiel mit fiktiven Werten
  • Fünf Kontrollfragen vor der endgültigen Entscheidung

Die Entscheidungsmatrix ist ein Leitfaden für Inhaber, die zu viele Entscheidungen selbst treffen und bei den wichtigen zu lange zögern. Er besteht aus zwei Werkzeugen: Mit dem ersten ordnen Sie jede Entscheidung einem von vier Typen zu und legen fest, wer sie treffen darf. Mit dem zweiten, der gewichteten Bewertungsmatrix, klären Sie die wenigen großen Fragen, bei denen es sich lohnt, gründlich abzuwägen. Das Ergebnis sind weniger Entscheidungen auf Ihrem Tisch und bessere bei denen, die dort bleiben.

So nutzen Sie die Entscheidungsmatrix

  1. Eine Woche lang Entscheidungen sammeln. Notieren Sie jede Frage, die an Sie herangetragen wird oder die Sie selbst beschäftigt.
  2. Jede Entscheidung einem der vier Typen zuordnen (siehe unten).
  3. Freigabegrenzen festlegen für die Entscheidungen, die künftig im Team getroffen werden sollen.
  4. Die Grenzen im Team vorstellen und schriftlich ablegen, zum Beispiel im Wochenmeeting.
  5. Für große Entscheidungen die Bewertungsmatrix nutzen. Planen Sie dafür 30 bis 60 Minuten ein.
  6. Nach drei Monaten prüfen, ob die Grenzen passen oder erweitert werden können.

Werkzeug 1: die vier Entscheidungstypen

Zwei Fragen genügen, um eine Entscheidung einzuordnen: Wie teuer ist ein Fehler? Und lässt sich die Entscheidung leicht rückgängig machen?

Leicht umkehrbarSchwer umkehrbar
Geringe TragweiteTyp A: Laufen lassen. Das Team entscheidet sofort und allein.Typ B: Regel festlegen. Einmal eine Regel schreiben, dann entscheidet das Team danach.
Große TragweiteTyp C: Schnell entscheiden. Sie oder die zuständige Führungskraft entscheiden zügig und korrigieren bei Bedarf.Typ D: Gründlich abwägen. Sie entscheiden mit der Bewertungsmatrix, gegebenenfalls mit Rat von außen.

Beispiele aus dem Alltag kleiner Betriebe:

EntscheidungTypWer entscheidet?
Verbrauchsmaterial nachbestellenADie zuständige Person im Team
Kulanz bei einer kleinen ReklamationBDas Team nach schriftlicher Kulanzregel
Einen Auftrag annehmen, der die Planung für eine Woche verschiebtCProjektleitung oder Inhaber, am selben Tag
Eine neue Branchensoftware einführenDInhaber, mit Bewertungsmatrix
Eine unbefristete Stelle schaffenDInhaber, mit Bewertungsmatrix
Den Stundensatz anpassenDInhaber

In vielen Betrieben landen Entscheidungen vom Typ A und B beim Inhaber, weil nie festgelegt wurde, dass das Team sie treffen darf. Genau dort liegt die größte Entlastung.

Vorlage: Freigabegrenzen im Team

Tragen Sie ein, wer was bis zu welcher Grenze allein entscheiden darf. Die Beträge im Beispiel sind fiktiv und müssen zu Ihrem Betrieb passen.

BereichRolleDarf allein entscheiden bisMuss informieren beiBraucht Freigabe ab
EinkaufBüroz. B. 500 € pro Bestellung500 bis 2.000 €über 2.000 €
KulanzProjektleitungz. B. 200 € pro Fall200 bis 1.000 €über 1.000 €
TerminzusagenBüroinnerhalb der freien KapazitätVerschiebung bestehender TermineZusagen, die Überstunden erfordern
Rabatte
Urlaubsanträge

Werkzeug 2: die gewichtete Bewertungsmatrix

Für Entscheidungen vom Typ D reicht das Bauchgefühl oft nicht, und die übliche Pro-und-Contra-Liste hilft wenig, weil nicht jedes Argument gleich schwer wiegt. Die gewichtete Matrix macht das sichtbar.

So gehen Sie vor:

  1. Schreiben Sie die Optionen auf, mindestens zwei, idealerweise drei. „Nichts ändern“ ist immer eine Option.
  2. Legen Sie vier bis sechs Kriterien fest, die für die Entscheidung wichtig sind.
  3. Gewichten Sie jedes Kriterium von 1 (weniger wichtig) bis 3 (sehr wichtig).
  4. Bewerten Sie jede Option pro Kriterium von 1 (schlecht) bis 5 (sehr gut).
  5. Multiplizieren Sie Bewertung und Gewicht und addieren Sie die Werte pro Option.

Beispiel: Wie entlasten wir das Büro?

Das folgende Beispiel ist fiktiv. Ein Betrieb überlegt, wie die überlastete Büroleitung Unterstützung bekommt.

KriteriumGewichtOption 1: Teilzeitkraft einstellenOption 2: Externe BürodienstleistungOption 3: Nichts ändern
Entlastung der Büroleitung35 × 3 = 154 × 3 = 121 × 3 = 3
Laufende Kosten22 × 2 = 43 × 2 = 65 × 2 = 10
Aufwand für die Einarbeitung12 × 1 = 23 × 1 = 35 × 1 = 5
Verfügbarkeit bei Krankheit oder Urlaub23 × 2 = 64 × 2 = 81 × 2 = 2
Wissen bleibt im Betrieb25 × 2 = 102 × 2 = 43 × 2 = 6
Summe373326

Die Matrix entscheidet nicht für Sie. Sie zeigt aber, warum eine Option vorne liegt. Wenn Ihr Bauchgefühl dem Ergebnis widerspricht, lohnt sich die Frage, welches Kriterium Sie vergessen oder falsch gewichtet haben.

Fünf Kontrollfragen vor der endgültigen Entscheidung

  1. Was passiert, wenn ich mich in einem Jahr gegen diese Entscheidung entscheiden will? Was kostet der Rückweg?
  2. Welche Information fehlt mir noch, und lässt sie sich in einer Woche beschaffen?
  3. Wen betrifft die Entscheidung am stärksten, und habe ich diese Person gefragt?
  4. Entscheide ich gerade aus Zeitdruck oder aus Überzeugung?
  5. Bis wann muss ich entscheiden, und steht das Datum im Kalender?

Typische Fehler

Große Entscheidungen werden vertagt, kleine sofort getroffen. Viele Inhaber beantworten jede Frage aus dem Team in Sekunden, schieben aber die Einführung einer neuen Software oder eine Einstellung monatelang vor sich her. Typ D braucht einen festen Termin, sonst entscheidet am Ende der Zufall.

Freigabegrenzen nur mündlich. „Das kannst du selbst entscheiden“ im Vorbeigehen führt dazu, dass das Team beim nächsten Mal trotzdem fragt. Schriftlich festgehaltene Grenzen geben Sicherheit, auch Ihnen.

Das Team wird für Fehler bei Typ A bestraft. Wer Entscheidungen abgibt, muss Fehler innerhalb der Grenzen aushalten. Sonst kommen alle Fragen schnell wieder zurück.

Die Matrix wird nachträglich passend gemacht. Wenn Sie Kriterien und Gewichte erst festlegen, nachdem Sie die Optionen bewertet haben, bestätigt die Matrix nur, was Sie ohnehin wollten. Legen Sie Kriterien und Gewichte vorher fest.

Nächster Schritt

Wer im Team wofür zuständig ist, klären Sie mit der Rollen-Matrix. Wie Sie Aufgaben und Entscheidungen Schritt für Schritt abgeben, beschreibt der Artikel Delegieren lernen. Wenn Sie vor einer großen Entscheidung stehen und einen Sparringspartner suchen, buchen Sie ein Strategiegespräch.

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