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Website-Baukasten für kleine Betriebe: was reicht, wann nicht

Für viele kleine Betriebe reicht ein Baukasten völlig aus, wenn Texte, Kontaktwege und Rechtliches stimmen. Es gibt aber klare Anzeichen, wann Sie damit an Grenzen stoßen.

Joshua Stark 17. September 20267 Min. Lesezeit

Ein Website-Baukasten reicht für viele kleine Betriebe völlig aus, wenn die Website vor allem zeigen soll, wer Sie sind, was Sie anbieten, wo Sie tätig sind und wie man Sie erreicht. Das gilt für viele Handwerksbetriebe, Praxen, Kanzleien und lokale Dienstleister mit einem überschaubaren Angebot. An Grenzen stoßen Baukästen meist dann, wenn Sie viele Unterseiten für verschiedene Leistungen und Orte brauchen, besondere Funktionen wie Konfiguratoren oder Schnittstellen zu Branchensoftware benötigen oder mehr Kontrolle über Technik und Ladezeit wollen. Wichtiger als die Technik sind in fast jedem Fall die Inhalte: klare Texte, echte Fotos und ein einfacher Weg zur Anfrage.

Was ein Website-Baukasten ist

Ein Baukasten ist ein Onlinedienst, bei dem Sie Ihre Website im Browser aus vorgefertigten Bausteinen zusammenstellen. Hosting, Sicherheitsupdates und die technische Grundlage übernimmt der Anbieter. Sie zahlen in der Regel eine monatliche oder jährliche Gebühr.

Bekannte Anbieter im deutschsprachigen Raum sind zum Beispiel Jimdo aus Hamburg, IONOS mit seinem Baukasten, Wix und Squarespace. Daneben gibt es WordPress, das in zwei Varianten existiert: als gehosteter Dienst ähnlich einem Baukasten und als freie Software, die Sie auf eigenem Webspace installieren. Letzteres ist flexibler, erfordert aber mehr Pflege.

Jeder Anbieter hat eigene Stärken und Schwächen. Welche Funktionen im jeweiligen Tarif enthalten sind und wo die Server stehen, ändert sich regelmäßig. Prüfen Sie das deshalb direkt beim Anbieter, bevor Sie sich entscheiden.

Wann ein Baukasten reicht

In unseren Projekten mit kleinen Betrieben sehen wir häufig, dass die Website gar nicht viel können muss. Ein Baukasten ist eine gute Wahl, wenn diese Punkte auf Sie zutreffen:

  • Überschaubares Angebot. Sie haben drei bis acht Leistungen, die sich auf wenigen Seiten gut darstellen lassen.
  • Lokaler Einzugsbereich. Ihre Kunden kommen überwiegend aus einer Stadt oder Region, etwa Heidelberg und Umgebung.
  • Anfrage per Telefon, Mail oder Formular. Sie brauchen keine komplexen Buchungs- oder Bestellprozesse.
  • Wenig Änderungen. Die Inhalte bleiben über Monate weitgehend gleich, gelegentlich kommt eine Neuigkeit oder ein Referenzprojekt dazu.
  • Selbst pflegen. Sie oder jemand im Team möchte kleine Änderungen selbst vornehmen, ohne jedes Mal eine Agentur zu beauftragen.

Für viele lokale Betriebe gilt außerdem: Ein gut gepflegtes Google-Unternehmensprofil bringt oft mehr Anfragen als eine aufwendige Website. Warum das so ist, beschreiben wir in Warum das Google-Profil oft wichtiger ist als die Website. Die Website ergänzt das Profil und liefert die Details, die Interessenten vor einer Anfrage suchen.

Wann ein Baukasten nicht mehr reicht

Es gibt einige deutliche Anzeichen dafür, dass Sie über eine flexiblere Lösung nachdenken sollten:

AnzeichenWarum ein Baukasten hier an Grenzen stößt
Viele Leistungen und Orte, jeweils mit eigener SeiteDie Pflege vieler ähnlicher Seiten wird im Baukasten mühsam, und die Struktur lässt sich oft nur eingeschränkt anpassen
Besondere Funktionen, etwa Konfiguratoren, Rechner oder KundenportaleSolche Funktionen sind im Baukasten oft nicht oder nur über Zusatzdienste möglich
Anbindung an Branchensoftware, CRM oder WarenwirtschaftSchnittstellen sind begrenzt
Suchmaschinen sind ein wichtiger Kanal, der Wettbewerb ist starkTechnische Details wie Ladezeit, Seitenstruktur und strukturierte Daten lassen sich weniger fein steuern
Mehrere SprachenNicht jeder Baukasten unterstützt mehrsprachige Seiten gut
Sie wollen unabhängig vom Anbieter seinEin Umzug ist meist aufwendig, weil Inhalte und Design nicht einfach exportiert werden können

Der letzte Punkt wird oft unterschätzt. Eine Website, die in einem Baukasten gebaut wurde, lässt sich in der Regel nicht einfach zu einem anderen Anbieter mitnehmen. Texte und Bilder können Sie übertragen, das Design und die Struktur müssen Sie meist neu aufbauen. Planen Sie das bei der Entscheidung ein.

Was eine Website für kleine Betriebe leisten muss

Unabhängig von der Technik sollte Ihre Website ein paar Aufgaben zuverlässig erfüllen. Ein Interessent, der auf Ihre Seite kommt, will in wenigen Sekunden wissen, ob er hier richtig ist. Dafür braucht es:

  1. Eine klare Überschrift auf der Startseite. Was machen Sie, für wen und wo? „Badsanierung vom Profi“ sagt wenig. „Badsanierung für Eigentümer in Mannheim und Umgebung, vom Aufmaß bis zur Übergabe“ sagt viel mehr.
  2. Eine Seite pro wichtiger Leistung, mit Ablauf, typischen Fragen und Beispielen.
  3. Vertrauen. Echte Fotos von Team, Räumen und Projekten statt Bildern aus der Datenbank. Bewertungen, Qualifikationen, Mitgliedschaften in Verbänden oder Innungen.
  4. Einen einfachen Weg zur Anfrage. Telefonnummer, Mailadresse und ein kurzes Formular, gut sichtbar auf jeder Seite. Jede Seite sollte mit einer klaren Handlungsaufforderung enden. Beispiele dafür finden Sie im Leitfaden Handlungsaufforderungen, die funktionieren.
  5. Gute Darstellung auf dem Handy. Ein großer Teil der Besucher kommt über das Smartphone. Prüfen Sie Ihre Seite regelmäßig selbst auf dem eigenen Telefon.

Wie Sie Texte schreiben, die Besucher zur Anfrage bewegen, beschreiben wir ausführlich in Website-Texte, die Anfragen bringen.

Das Rechtliche nicht vergessen

Auch eine kleine Website muss in Deutschland einige rechtliche Anforderungen erfüllen. Die wichtigsten Punkte, die Sie mit einer Fachperson klären sollten:

  • Impressum mit den gesetzlich vorgeschriebenen Angaben, leicht auffindbar von jeder Seite aus. Für bestimmte Berufe wie Ärzte, Anwälte oder Handwerker in zulassungspflichtigen Gewerken gelten zusätzliche Angaben, etwa zur Kammer oder zur Berufsbezeichnung.
  • Datenschutzerklärung, die zu den tatsächlich eingesetzten Diensten passt. Wenn Sie Kontaktformular, Karten, Videos, Analyse-Werkzeuge oder Terminbuchung einbinden, muss das darin beschrieben sein.
  • Einwilligung für Cookies und Tracking, sofern Sie Dienste nutzen, die nicht technisch notwendig sind. Viele Baukästen bieten dafür eigene Lösungen an. Prüfen Sie, ob diese zu Ihrem Einsatz passen.
  • Auftragsverarbeitungsvertrag mit dem Baukasten-Anbieter, weil dieser personenbezogene Daten Ihrer Besucher verarbeitet. Seriöse Anbieter stellen einen solchen Vertrag bereit.
  • Externe Dienste, etwa eingebundene Schriftarten, Karten oder Videos, können Daten an Dritte übertragen. Klären Sie, ob Sie sie lokal einbinden oder erst nach Einwilligung laden.
  • Barrierefreiheit. Je nach Angebot können für Websites gesetzliche Anforderungen an die Barrierefreiheit gelten, vor allem bei bestimmten Onlinediensten für Verbraucher. Unabhängig davon ist eine gut lesbare, zugängliche Website für alle Besucher angenehmer.

Mustertexte und Generatoren können ein Einstieg sein, ersetzen aber keine Prüfung durch eine Fachperson. Die Angaben in diesem Abschnitt sind keine Rechtsberatung.

Baukasten, WordPress oder individuelle Lösung?

Zur Orientierung eine vereinfachte Gegenüberstellung:

BaukastenWordPress mit eigenem HostingIndividuelle Entwicklung
EinstiegSchnell, ohne TechnikkenntnisseMittel, Einarbeitung nötigBraucht Dienstleister
PflegeEinfach, Updates übernimmt der AnbieterRegelmäßige Updates nötigJe nach Lösung, meist über Dienstleister
FlexibilitätBegrenztHochSehr hoch
AbhängigkeitHoch vom AnbieterGering, da Umzug möglichAbhängig von Code und Dienstleister
Passend fürKleine Betriebe mit überschaubarem AngebotBetriebe mit wachsendem Inhalt und Anspruch an SuchmaschinenBetriebe mit besonderen Funktionen oder hohem Wettbewerbsdruck

Keine dieser Lösungen ist grundsätzlich besser. Entscheidend ist, was Ihre Website in den nächsten drei bis fünf Jahren leisten soll.

Fünf Fragen vor der Entscheidung

Bevor Sie sich für einen Anbieter entscheiden, lohnt es sich, einige Fragen schriftlich zu beantworten. Das dauert eine Stunde und erspart Ihnen später oft einen teuren Umzug.

  1. Welche Aufgabe soll die Website in drei Jahren erfüllen? Visitenkarte, Anfragequelle, Bewerberseite oder alles zusammen?
  2. Wer pflegt die Inhalte? Sie selbst, jemand im Team oder ein Dienstleister? Wie viel Zeit steht dafür im Monat zur Verfügung?
  3. Welche Funktionen brauchen Sie wirklich? Kontaktformular, Terminbuchung, Stellenangebote, Referenzen, Blog?
  4. Welche Programme müssen angebunden werden? Etwa Praxissoftware, CRM oder ein Newsletter-Werkzeug.
  5. Gehört die Domain Ihnen? Achten Sie darauf, dass die Domain auf Ihren Betrieb registriert ist und nicht auf eine Agentur oder einen früheren Dienstleister. Das erleichtert jeden späteren Wechsel.

Wenn Sie bei den Fragen 3 und 4 mehr als zwei, drei Punkte aufschreiben, sollten Sie genau prüfen, ob der Baukasten das abdeckt.

Eine pragmatische Empfehlung

Wenn Sie gerade erst starten oder Ihre bisherige Website veraltet ist, beginnen Sie mit einem Baukasten und konzentrieren Sie sich auf die Inhalte. Schreiben Sie klare Texte, machen Sie gute Fotos, richten Sie Ihr Google-Unternehmensprofil vollständig ein. Beobachten Sie über einige Monate, woher Ihre Anfragen kommen.

Wenn Sie dann merken, dass die Website zu einem wichtigen Kanal geworden ist und der Baukasten Sie einschränkt, ist ein Umstieg sinnvoll. Weil die Texte und Bilder dann bereits vorhanden sind, ist der Umzug deutlich einfacher, als wenn Sie mit leeren Seiten beginnen.

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Website überhaupt der Engpass ist, oder ob die Anfragen an ganz anderer Stelle verloren gehen, hilft der kostenlose Engpass-Check bei der Einordnung.

Joshua Stark

Geschrieben von

Joshua Stark

Gründer von stark.marketing und STARK Consulting, Heidelberg

Joshua begleitet seit 2016 Betriebe bei Marketing, Vertrieb und Abläufen. Über 150 Projekte, vom Handwerksbetrieb bis zum B2B-Unternehmen. Hier schreibt er auf, was davon in anderen Betrieben funktioniert.

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